Trend Frauen Power: Die neue Weiblichkeit in der Chefetage

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Die Debatte ist nicht neu, aber immer wieder aktuell und auch in den Medien ist sie ein beliebtes Thema: die Frauenquote. Frauen sollen unabhängiger werden und mehr Managementpositionen ausfüllen, so die medienwirksame Forderung. Vielen scheint diese aufgebürdete Quote dabei jedoch vielmehr eine schwer umsetzbare Pflicht zu sein, als ein gesellschaftlicher Zugewinn. Selbst diejenigen, die bereits eine solche, in den Augen der Entscheider anzustrebende Position innehaben und selbstständig und frei über ihre Arbeit bestimmen, haben ihre Zweifel an der Umsetzung des Planes, Frauen in die Chefetage zu bringen.

Frauen sind ihrem alten Rollenbild entwachsen

Dabei liegt der Gedanke, die Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen auch in der Berufswelt eine Stufe höher zu stellen, gar nicht so fern. Statistisch gesehen machen immer mehr Frauen einen Hochschulabschluss oder andere akademische Abschlüsse – mittlerweile übersteigt der Anteil an Abiturientinnen pro Jahrgang sogar den Anteil der männlichen Absolventen. Auch die einst von Männern dominierten Branchen wie beispielsweise Ingenieurberufe finden immer mehr Zulauf von weiblichen Fachkräften. Dieser gesellschaftliche Wandel – oder Female Shift – der von vielen seit langem lautstark gefordert wurde, scheint nun in die Tat umgesetzt zu werden. Was noch vor wenigen Jahrzehnten der Regelfall in den Geschlechterrollen war, ist heute die Ausnahme. Frauen sehen sich längst nicht mehr ausschließlich hinter dem Herd oder zwischen den Spielzeugen der Kinder im heimischen Wohnzimmer. Sie sind dieser Frauenrolle mit zunehmendem Bildungsstand entwachsen. Heute wollen sie nicht nur Familie, sondern auch Beruf. Sie streben nach einem erfüllten und erfüllenden Berufsleben und wollen es ihrem männlichen Gegenpart damit gleichtun. Der gesellschaftliche Umbruch zeigt sich dabei jedoch nicht nur bei den Frauen, auch die Männer sehen ihre Rolle in der Gesellschaft als überholt an und wollen kürzer treten, um mehr Zeit für Kinder und Privatleben zu haben.

Dass der Female Shift und der damit verbundene gesellschaftliche Umbruch durchaus funktioniert, beweisen die Frauen, die als Pionierinnen der weltweiten weiblichen Managementriege gelten. Dazu zählt unter anderem Marissa Mayer, Vorstandsvorsitzende des US-amerikanischen Internetriesen Yahoo. Die 40-jährige Stanford-Absolventin gehört damit seit Amtsantritt im Juli 2012 endgültig zu den einflussreichsten Managerinnen der Welt, was ihr zudem einen Platz auf der Liste der 50 mächtigsten Frauen der Welt des Wirtschaftsmagazins Fortune sicherte.

Auch Deutschlands Chefetagen werden immer heterogener. Nehmen wir zum Beispiel Regine Sixt, Senior Executive Vice President Marketing des international agierenden Unternehmens für Autovermietung und Leasing, Sixt. Sie ist aus ihrer Leitungsposition nicht mehr weg zu denken und nutzt ihren enormen Einfluss auch abseits von Leasingverträgen. Die Tatsache, dass sie bereits seit 1976 eine tragende Rolle in der Entscheidungsebene des Unternehmens Sixt spielt und heute für die rund 40 Mitarbeiter der Marketingabteilung verantwortlich ist, zeigt deutlich, dass der Female Shift kein inhaltsleeres Schlagwort der Trendforschung, sondern tatsächlich von großer Relevanz für wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen ist.

Mangelnde Unterstützung und in der Gesellschaft verankerte Rollenbilder erschweren den Einstieg in Führungspositionen

So positiv die neuesten Entwicklungen und Vorhaben in Bezug auf eine Feminisierung des Managements und der Berufswelt im Allgemeinen auch sind, in der Umsetzung blickt man noch zu oft auf Hindernisse. Frauen trauen sich die Bekleidung einer solchen Position oftmals gar nicht zu oder werden von ihren männlichen Kollegen nicht ernst genommen. Nicht zuletzt ist dies aber auch der Fall, da es tendenziell immer noch die Mütter sind, die sich um Kinder und Haushalt kümmern und dadurch das Pensum einer Managementposition schlichtweg nicht mit ihrem Privatleben vereinbaren können. Besonders auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass die Fluktuationsrate branchenunabhängig laut Studien mehr als doppelt so hoch ist bei weiblichen Führungskräften im Vergleich zu männlichen Top-Managern. Ob genannte Gründe einen Anteil an dieser Entwicklung haben, darüber lässt sich spekulieren.

Der Trend zum Female Shift zieht Konsequenzen im Marketing mit sich

Trotz der ein oder anderen Zweifel ist die Tendenz zu einem deutlichen Anstieg an weiblichen Fachkräften, aber auch an Entscheiderinnen in der Führungsriege nicht von der Hand zu weisen. In Folge dessen muss sich auch deren Ansprache in Marketingmaßnahmen anpassen. Frauen beziehen heute ein höheres Einkommen als noch vor wenigen Jahrzehnten. Dadurch steigt auch ihre Kaufkraft. Es ist also wichtig, Produkte, Dienstleistungen sowie deren Vermarktung auf die wachsende Gruppe der weiblichen Konsumenten zuzuschneiden, um das Potenzial dieser Gruppe optimal nutzen zu können.

In diesem Zusammenhang ist „Gender Marketing“ ein nicht außer Acht zu lassendes Schlagwort. Bei dieser Theorie sollen Psychologie und Gehirnforschung die Ergebnisse über die unterschiedlichen Konsumvorlieben von Männern und Frauen liefern, die anschließend in der Wirtschaft – dort vor allem in Produktentwicklungs- und Marketingmaßnahmen – ihre Anwendung finden. Dies ist in Zeiten des gesellschaftlichen Wandels hin zur einer breiten weiblichen Konsumfront von großer Bedeutung für alle Wirtschaftsakteure. Mittlerweile tätigen nämlich rund 80 % der Frauen die Kaufentscheidungen bei den Konsumgütern, die den Haushalt betreffen. Bei den sogenannten „Fast Moving Consumer Goods“ des alltäglichen Bedarfs wie beispielsweise Soft Drinks ist der Anteil an weiblicher Kaufbeteiligung sogar noch einmal höher.

Dabei werden viele Produkte und Dienstleistungen auch heute noch von Männern entwickelt, wodurch die Anpassung an das weibliche Kaufverhalten zumeist auf stereotypisierten Annahmen basiert. Ein Überdenken dieser Vorgehensweise wird besonders durch Trendforschung begünstigt, da Trends Zielgruppen kategorisieren und so eine Herausarbeitung der einzelnen Präferenzen im Sinne der Marktforschung ermöglicht. Diese Ergebnisse sind demnach weitaus aussagekräftiger und zeitgemäßer als die ursprüngliche Basis der Vermarktungsstrategien zur Ansprache weiblicher Konsumenten.

Mehr denn je sind also Querdenker gefordert, die ein Gespür für Neues und Innovatives – und allen voran Geschlechterspezifisches – an den Tag legen. Dass das nicht immer so einfach ist und zukunftsweisende Ideen nicht immer auf der Hand liegen, zeigen Umfragen des Stimmungsbarometers des XBM – CROSS BUSINESS MARKETING. Der Mehrheit der Befragten sieht ein, dass sich die Denkansätze in der Produktentwicklung öffnen müssen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Ebenso viele gestehen sich aber auch ein, genau bei dieser Öffnung zum Querdenken und über den Teller- und Branchenrand blicken vor Schwierigkeiten zu stehen.

XBM – CROSS BUSINESS MARKETING liefert den richtigen Denkanstoß

Wenn Ihnen ebenso wie vielen anderen Kreativen der Funke fehlt, um eine Idee zu einem Produkt werden zu lassen, kann Ihnen die Methode des XBM – CROSS BUSINESS MARKETING Abhilfe schaffen. In unseren Seminaren und Workshops erhalten Sie wichtige Guidelines zum strategischen Querdenken und Ausschöpfen Ihres Potenzials. Basierend auf Parametern der Trend- und Lebensstilgruppenforschung ermöglicht die Methode das Herausarbeiten von zukunftsorientierter Produktentwicklung. Wenn Sie mehr Informationen über zukünftig wichtige Markenentwicklungen und neue Trends erhalten wollen, dann melden Sie sich für unseren Newsletter Xpress an. Aktuelle News rund um anstehende Termine für Seminare sowie Informationen zu unserer Ausbildung finden Sie immer aktuell in unserem Blog.